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Taiji leben

Die innere Entwicklung des Taiji: Wenn du Formen praktizierst, oder Qigong, übst du, die verschiedenen Einzelteile deines grobstofflichen Körpers wie Beine, Bauch und Arme wieder in eine dynamische Einheit zu bringen, und dies unter grösstmöglicher Entspannung.
Man nennt dies intramuskuläre und intermuskuläre Entspannung und Koordination. Durch diese Beschäftigung, die viel Achtsamkeit erfordert, verfeinert sich deine Wahrnehmung.
Durch die Entspannung, Koordination, Integration, Atmung (welche mit der Entspannung tiefer wird) und die verfeinerte Wahrnehmung kommt mehr und subtilere Energie in deinem subtilen Körper ins Fliessen. Das ist das Qi, die innere Energie, doch es ist noch mehr. Der körperlichen Entspannung folgt die psychische Entspannung.
Die Energie füllt dein Energiesystem, sie erhöht dessen Kapazität, löst weitere Blockaden und dehnt sich aus. Damit dehnt sich deine Wahrnehmung aus. Du nimmst nun auch andere Dinge und Menschen nicht nur grobstofflich wahr, sondern auch subtil.
Taiji wird zur Lebenspraxis, du beginnst, ins Leben selbst zu entspannen. Du nimmst dich selber, andere Menschen und immer grössere Zusammenhänge feiner, subtiler, tiefer und differenzierter wahr.
Taiji wird zur alltäglichen spirituellen Praxis. Du erkennst, dass in dir grössere, tiefere Kräfte wirken als die, die du bis jetzt gekannt hast. Du nimmst auch deine inneren Widerstände gegen diese Kräfte wahr. Deine Wahrnehmung ist so verfeinert und deine Energie so voll und hoch, dass du eine gewisse Macht besitzt. Eine Macht, die deine weniger entwickelten Persönlichkeitsaspekte missbrauchen können, um andere Menschen zu manipulieren. Persönlichkeitsarbeit auf einer neuen Ebene wird wichtig. Qi fliesst nicht mehr so sehr durch Körperübungen, sondern durch eine rechte Lebensführung.
Sobald du erkennst, dass Taiji nicht bloss eine (chinesische) Bewegungskunst oder Kampfkunst ist, beginnt sich dein Wesen unaufhörlich kreativ aus deinem inneren Zentrum zu entfalten.