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Kampfkunst

Ein Meister der Kampfkunst
führt keinen Kampf,
besiegt niemanden
und hat keine Gegner.

Taiji ist auch Kampfkunst. Die schönen, harmonischen, sanften und doch so dynamischen, lockeren und entspannten Bewegungen zwingen uns jedoch dazu, eine etwas andere Vorstellung von Kampf zu entwickeln, als dass wir sie gemeinhin haben.
Taiji ist die dynamische Einheit von Yin und Yang. Unter Kampf verstehen wir normalerweise Yang gegen Yang – hart gegen hart, Kraft gegen Kraft, Auge um Auge, Zahn um Zahn. Der Stärkere gewinnt.
Nicht so im Taiji. Es gewinnt nicht der Stärkste, es gewinnt der Lockerste. Es gewinnt der, der Yang-Energie mit genausoviel Yin-Energie ausgleichen kann.

Die Bewegungen der Form sind nicht ein irgendwie choreografierter Tanz, sondern ein langsam ausgeführter Kampf mit imaginären Gegnern. Jede Bewegung hat eine oder mehrere sogenannte Anwendungen in Interaktion mit einem Feind (oder Partner). Diese Anwendungen zu kennen ist wichtig, um den Sinn, die Dynamik und den exakten Ablauf einer jeden Bewegung zu erkennen, und um den Fokus der Inneren Energie richtig führen zu können.

Die Kunst des Kampfes führt jedoch noch viel weiter. Es ist die Kunst jeder Konfliktlösung, ob körperlich, geistig, psychisch, verbal usw. Es ist die Kunst, einen Konflikt zu erkennen, bevor er überhaupt eine Gestalt annimmt, und darauf angemessen zu reagieren. Es geht darum, die Illusion der Trennung als solche zu erkennen.